Hilfe für Tiere in Not!?

Jedes Jahr aufs Neue häufen sich im Frühjahr bei der Naturparkverwaltung, der Naturwacht und im NaturParkHaus Stechlin die Anfragen zu hilfsbedürftigen Wildtieren. Gerade während der Zeit, wenn die Jungtiere aufgezogen werden, finden aufmerksame Spaziergänger Tiere, die hilflos wirken oder verletzt sind.

Viele Leute möchten den Tieren gern helfen, wissen aber oft nicht wie. Es ist gut und wichtig, sich in dieser Situation rechtzeitig Rat zu holen, denn überlegtes Handeln ist notwendig.

Gutgemeintes, aber voreiliges Eingreifen kann sowohl das Tier als auch den Finder in Gefahr bringen. Deshalb hat die Naturparkverwaltung nun einen kleinen Leitfaden erstellt, was im Falle eines Tierfundes zu beachten ist, wie man am besten vorgeht und bei wem man sich Rat oder ggf. auch fachmännische Hilfe zur Versorgung holen kann. Dieser Leitfaden mit einer Liste von Ansprechpartnern hängt ab sofort im Saalfenster der Regionalwerkstatt Stechlin und am NaturParkHaus Stechlin aus.

Denn was auf den ersten Blick vielleicht einfach scheint, bedarf eines genauen Hinschauens:

Ein Rehkitz, das scheinbar verlassen im Feld sitzt, wartet auf die Rückkehr der Mutter. Wenn das Kitz vom Menschen berührt wurde, wird die Mutter sich aber aufgrund des Fremdgeruchs abwenden. Ebenso werden viele Jungvögel noch außerhalb des Nestes von ihren Eltern versorgt. Andererseits können Tiere, die wirklich verletzt und hilfsbedürftig sind, sich beim Anfassen durch den Menschen bedrängt fühlen und zubeißen oder kratzen – also auch der Eigenschutz will bedacht sein.

Kenntnisse über das natürliche Verhalten von Tieren sind somit wichtig. Wer hierbei Unterstützung braucht, kann sich zum Beispiel an die Naturparkverwaltung, die Naturwacht oder auch ehrenamtlich Aktive wenden.

Zusätzlich ist zu bedenken, dass zur Natur eben auch Fressen und Gefressen werden dazugehören. Und so bedeutet der Tod des einen Tieres oft genug das Überleben des anderen. Nichtsdestotrotz kann insbesondere bei seltenen oder stark gefährdeten Arten Hilfe angebracht sein.

Für bestimmte Artengruppen wie Eulen, Greifvögel, Störche und Fledermäuse gibt es konkrete Ansprechpartner in der Region. Aber auch hier lohnt ein zweiter Blick. Denn die Betreuung eines verletzten Tieres oder verlassenen Jungtieres ist aufwendig. Durch die Schließung der Greifvogelstation Woblitz hat sich die Versorgungslage noch verschärft.

Die wenigen Leute, die Wildtiere versorgen und aufpäppeln können, sind gerade zu „Stoßzeiten“ wie im Frühjahr oftmals überlastet. Deshalb ist ein Anruf vorab unabdingbar.

Aber natürlich kann auch bei häufigen Arten Hilfe gefragt sein: So wie beispielsweise im Falle der vier kleinen Eichhörnchenkinder, die im letzten Frühling am Spielplatz in Menz aufgezogen wurden. Aufmerksame Spielplatznutzer entdeckten eines Tages die tote Eichhörnchenmutter auf einem benachbarten Baum. In einer gemeinsamen Aktion von Anwohnern und Mitarbeitern der Naturparkverwaltung wurden die Jungtiere mit Leiter und Handschuhen aus dem Kobel geborgen und zur Wildtierstation von Jana Hinrich gebracht. Mittlerweile konnten die vier in ihr Wildtierleben entlassen werden.

Hier können Sie den "Leitfaden zum Umgang mit (scheinbar) hilfsbedürftigen Wildtieren" herunterladen (pdf, 0,9 MB)!

Unter der Überschrift "Erste Hilfe für junge oder verletze Wildtiere" bietet auch die Webseite der Naturwacht Brandenburg umfassende Informationen.

Hier können Sie den Flyer "Findeltiere und verletzte Wildtiere - Wie helfen?" der Naturwacht Brandenburg herunterladen (pdf, 1,3 MB)!

Gebiet

  • Naturpark Stechlin-Ruppiner Land

Meldung vom 09.02.2024