Wolf (Canis lupus)

Der Wolf war einst die am weitesten verbreitete Säugetierart der Erde. Er besiedelte fast die gesamte Nordhalbkugel von Europa bis Nordamerika. Im Mittelalter wurden Viehzucht und Jagd intensiviert und der Wolf zunehmend als Nahrungskonkurrent des Menschen angesehen. Die Verfolgung des Wolfes führte schließlich im 18. und 19. Jahrhundert in weiten Teilen Europas zu seiner Ausrottung.

In Deutschland war die Wolfspopulation um 1850 nahezu ausgelöscht. Immer wieder wanderten jedoch vereinzelt Wölfe aus Polen nach Deutschland und auch nach Brandenburg ein.Seitdem Wölfe in Deutschland und in Polen unter Schutz stehen, erobern sie ihre Lebensräume zurück. Polnische Wölfe siedelten sich 1998 unmittelbar südlich der Landesgrenze zu Brandenburg auf einem Truppenübungsplatz an und zogen im Jahr 2000 erstmals Jungtiere auf. Inzwischen haben sich in Sachsen mehrere Rudel etabliert. Die Wölfe erreichten auch Brandenburg. Im Land Brandenburg und grenzübergreifend zu benachbarten Bundesländern ist derzeit (Stand 1/2015) von mindestens 19 territorialen Vorkommen auszugehen, darunter 14 Rudel und 5 territoriale Vorkommen von Einzeltieren.

Als eines der wildreichsten Bundesländer Deutschlands bietet Brandenburg günstige Bedingungen für eine Wiederbesiedlung durch den Wolf.Seit 2007 haben sich auch in Mecklenburg-Vorpommern wieder Wölfe dauerhaft angesiedelt. Nachweise von Wölfen liegen ebenfalls aus Niedersachsen, Hessen, Schleswig-Holstein, Sachsen-Anhalt und Bayern vor.SteckbriefGrößter Vertreter aus der Familie der Hundeartigen, schlanke Beine mit kräftigen Pfoten, Schulterhöhe 60 bis 90 Zentimeter, Körpergewicht 30 bis 45 KilogrammGraugelbes bis graubraunes Fell mit dunkel abgesetztem Schultersattel und Rücken, lange herabhängende und buschige Rute mit meist dunkler SpitzeBreiter Kopf mit dreieckigen, eher kleinen und aufrecht stehenden Ohren sowie hell abgesetztem Bereich um die SchnauzeGroße Vorderpfoten, kleinere Hinterpfoten, typische Gangart ist gleichmäßiger Trab mit sehr gerader und gerichteter SpurKot (Losung) enthält Knochen und Haare, wird oft auf Wegen als Markierung abgesetztNahrung: meist junges unerfahrenes, altes, krankes oder schwaches WildLaute: Heulen; Signale: ausdrucksstarke Mimik und GestikLeben im Familienverband (Rudel), der aus den beiden Elterntieren und den Nachkommen der letzten zwei Jahre besteht; Jungwölfe wandern mit 10 bis 22 Monaten ab;Verpaarung Ende Februar/Anfang März, Tragzeit zirka 63 Tage, meist 4 bis 6 Welpen; Lebenserwartung 10 bis 13 Jahre, in Gefangenschaft bis 16 JahreJeder Familienverband bewohnt ein eigenes Territorium von 250 bis 300 QuadratkilometerWölfe können Beutetier aus einer Entfernung bis zu 2,5 Kilometer wahrnehmen, in einer Nacht 60 Kilometer zurücklegen und eine Geschwindigkeit bis zu 50 Kilometer je Stunde erreichenWolf und MenschWolf und Mensch gehen sich normalerweise aus dem Weg. Wenn es ausnahmsweise doch zu einer Begegnung mit einem Wolf kommt, sollte der Mensch sich ruhig verhalten und dem Tier die Möglichkeit geben, sich zurückzuziehen. Man kann ihn auch vertreiben, indem man in die Hände klatscht, ihn laut anspricht oder mit den Armen winkt.Hundehalter sollten bei allen Spaziergängen im Wald ihren Hund grundsätzlich an der Leine führen.Wölfe sind Wildtiere und sollten als solche behandelt werden. Auf Grund ihrer überaus empfindlichen Sinne bemerken sie Menschen frühzeitig und suchen das Weite."Wir dürfen niemals vergessen, dass ein Wolf dasselbe will wie wir: Nahrung, Raum, Frieden, soziale Ordnung und eine gesunde Umwelt zum Leben" (Zitat: Jim Brandenburg aus: Bruder Wolf)GefährdungWölfe haben bei uns keine natürlichen Feinde - dennoch sind sie bei der Widerbesiedlung ihrer einstigen Lebensräume einer Reihe von Gefahren ausgesetzt. Dazu zählt neben illegalen Tötungen insbesondere der Straßenverkehr, dem vor allem abwandernde Jungwölfe zum Opfer fallen. Der weitere Bau von Verkehrswegen in Deutschland und Polen hat auch eine Barrierewirkung: Er beeinträchtigt den notwendigen genetischen Austausch zwischen den Populationen.Konflikte und KoexistenzDer Wolf unterliegt in Deutschland dem Naturschutzrecht und darf nicht gejagt werden. Doch ist seine Zukunft maßgeblich von der Akzeptanz der Bevölkerung bestimmt. Denn eine Rückkehr ist nicht frei von Konflikten.Um diese zu entschärfen, ersetzt das Land Nutztierschäden und -verluste, wenn der Wolf als Verursacher nicht auszuschließen ist. Unterstützung erhalten Tierhalter, wenn sie ihr Wirtschaften auf die neuen Bedingungen - die Anwesenheit des Wolfes - einstellen. Gefördert werden die Anschaffung zusätzlicher technischer Mittel und die einmalige Durchführung von Maßnahmen zur wolfssicheren Pferchung und Weidehaltung.

Aktuelle Informationen finden Sie unter: 

Wölfe im Land Brandenburg

Wölfe vor unserer Haustür (PDF)

Gebiet

  • Naturpark Hoher Fläming
  • Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft
  • Naturpark Niederlausitzer Landrücken
  • Naturpark Nuthe-Nieplitz
  • Naturpark Stechlin-Ruppiner Land
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Kategorien

  • Säugetiere