Kleine Flussmuschel

Die Kleine Flussmuschel (Unio Crassus) oder auch Bachmuschel ist eine vor allem im Süßwasser lebende Muschel. In Deutschland war sie früher sehr häufig, die Bestände haben jedoch sehr stark abgenommen. Sie gilt nach der Roten Liste Deutschland als "vom Aussterben bedroht". In Brandenburg findet man noch an einigen Stellen unterschiedlich starke Populationen, z.B. der Prignitz.

Die Kleine Flussmuschel lebt in unverbauten und unbelasteten Bächen und Flüssen. Ganz wichtig ist die gute Gewässerqualität und durchströmtes Sediment als Lebensraum für die Jungmuscheln. Als Nahrung filtert die Kleine Flussmuschel sich Plankton und feinste organische Schwebeteilchen aus dem Wasser. Die Art ist auf bestimmte Fische wie beispielsweise die Elritze (Phoxinus phoxinus) angewiesen, da die Larven sich in den Kiemen der Fische zu “Minimuscheln” entwickeln. Die kleinen Muscheln wachsen dann im Sediment zu einer Größe von ca. 70 mm heran.

Die Kleine Flussmuschel reagiert sehr empfindlich auf Verschlechterungen der Wasserqualität. Durch Grabenräumungen können ganze Populationen durch den Verlust der Jungmuscheln gefährdet werden. Das Fehlen von Wirtsfischen für die Larven ist eine weitere Gefahr. Die vom Menschen eingebürgerte Bisamratte kann als Frassfeind erheblich zu Bestandseinbußen führen. Die Art ist nach Bundesnaturschutzgesetz und nach der europäischen FFH-Richtlinie (Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie, Anhang II und IV) geschützt.

Weitere Informationen zur Kleinen Flussmuschel finden Sie auf der Seite des Landesamtes für Umwelt Brandenburg.

Kleine Flussmuschel

Gebiet

  • Naturpark Stechlin-Ruppiner Land
  • Biosphärenreservat Spreewald
  • Naturpark Barnim

Kategorien

  • Natura 2000
  • Weichtiere